Schilf an der Küste



Schilf

Schilf an der Küste Die Ostseeküste ist stärker von Schilf (Phragmites australis) geprägt als die „salzigere“ Nordseeküste. Das Schilf kann durchaus bis zu fünf Gramm Salz pro Liter Wasser (=5 %o Salzgehalt. Zum Vergleich: Ostseewasser in Hohenfelde hat weniger als 20 %o - das Nordseewasser ca. 34 %o) in der Bodenlösung ertragen.Häufig wächst es aber auch von reinen Süßwasserbereichen ( Süßwasserlinsen befinden sich auch im Grundwasser der Strandwälle) mit bis zu 10 m langen Ausläufern in salzhaltigere Bereiche hinein. Die Wurzelstöcke (oder eben Rhizome) können dann bis zu 3 cm täglich wachsen! In beiden Fällen bildet das Schilf mit weiteren hohen Blattstauden wie Erzengelwuz, Sumpfgänsedistel, Meerstand-Binse die „Brackwasserröhrichte“. Typisch ist die Besiedlung von ehemaligen Strandseen, die wie hier in der Malmsteg Niederung zu Küstenüberflutungsmooren verlandet und vermoort sind. Schilf kann bis zu vier Meter hoch werden und ist damit die höchste Staude in Mitteleuropa. Sowohl die lebenden als auch die abgestorbenen Halme bieten Lebens- und Überwinterungsraum für eine Vielzahl von Insekten. Ein dichter Schilfbestand bietet auch vielen Brutvögeln z.B. Teichrohrsänger und Rohrammer Schutz vor Verfolgungen und Witterungseinflüssen.